Unsere Projekte

 

Wie die Idee zum Helfen entstand...


Situation der Witwen in Cameroun allgemein:


Frauen werden oftmals sehr jung geheiratet. 14 Jährige sind keine Seltenheit. Verheiratet werden sie von ihren Eltern an ältere Männer, meist über 40. Erst dann hat ein Mann das Geld zusammen, um den Brautpreis zu bezahlen. Oftmals bekommt die junge Frau nach der Hochzeit 3-6 Kinder, bevor der Mann stirbt. Menschen werden im Schnitt nicht älter als 60, falls sie nicht schon zuvor bei der Feldarbeit durch einen Schlangenbiss zu Tode kommen.


Die Witwe bleibt nach dem Tod oftmals völlig unversorgt zurück!


Die Familie des Mannes hat keinerlei Pflichten, Frau oder Kinder zu versorgen. Trotzdem geschieht es gelegentlich. Doch im Fall von Witwe Moh, die ich persönlich interviewte, durfte sie mit ihren fünf Kindern nach der Beerdigung ihres Mannes nicht mehr ihr Haus betreten. Ein Onkel ihrer eigenen Familie nahm sie auf.
Ein zweites Mal zu heiraten ist ein Verstoß gegen die Tradition. Es kommt vor, dass Frauen dann vergiftet werden.
Außerdem: Wer heiratet eine Frau, die mehrere Kinder hat und zahlt für sie dann auch noch den Brautpreis?
Als Weiteres: Da oftmals kein Geld zum Heiraten da ist, zieht man zusammen und lebt miteinander in der Stadt. Kinder werden geboren oder auch abgetrieben. Bei einer Schwangerschaft wird die junge Frau oftmals verlassen. Und der Mann will keine Frau mit Kind heiraten.
Auch diese Frauen sind oft schutzlos und alleingelassen.
Aufmerksam wurde ich auf diese Situation bei einem Besuch im Jahre 2010 in Cameroun, Westafrika. Witwen baten mich um Hilfe.

 

Kamerunreise Januar 2016

Könnte es eine schönere Verheißung Gottes geben als die beiden Zusagen von Losung und Lehrtext am Tag unserer Abreise?

Montag, 11. November

Losung des Tages: Habe deine Lust am Herrn, der wird dir geben, was dein Herz wünscht. Psalm 37,4
Alles, was ihr bittet im Gebet, glaubt nur, dass ihr´s empfangt, so wird´s euch zuteil werden. Markus 11,24

Endlich grünes Licht
Lange habe ich diese Reise hinausgezögert. Kraftlosigkeit und Überforderung hielten mich zurück. Ebenso beschlichen mich immer wieder Gedanken von Angst, von denen ich nicht wusste, ob sie eine Warnung Gottes oder eine Bremse vom Feind waren. Schließlich bat ich Gott um ein Zeichen. Sollte Siegfried Heinz zusagen, mitzureisen, sollte das das grüne Licht sein. Siegfried war derjenige, der ein Auto für unseren afrikanischen Koordinator Richard Njock besorgt hatte. Seit Ende November 2015 war es unterwegs zum Hafen in Douala. Siegfried sagte Ja. Auch seine Frau Elisabeth war einverstanden. Die Losung dieses Tages, sowie die der folgenden Tagen war von Gott für uns ausgesucht. Nein, bei IHM gibt es keine Zufälle!

Auf der Autobahn zum Flughafen
Nun waren wir auf der Autobahn Richtung Flughafen FFM unterwegs. Meine Elli fuhr uns. Sie hatte schon vor dem Montagsverkehr gewarnt. Aber genau darin standen wir einige Male im Stau für längere Zeit! Wie gut man doch beten kann, wenn man etwas von Gott braucht. Schließlich waren wir doch rechtzeitig am Flughafen. Erst abends fiel mir ein, dass ich ganz vergessen hatte, IHM meinen Dank zu bringen. Wie schnell bin ich im Vergessen, wenn Dinge gut gelaufen sind. Danke, Herr Jesus, dass du dich trotzdem immer wieder bitten lässt. Umstieg in Paris. Bewah-rung und Finden des Anschlusses.

Abends in Youndé Ankunft in der Hauptstadt Camerouns.
Scheinbar ewiges Warten am Zoll. Angst vor Boko Haram erzeugt riesige Kontrollen. Stau am Kofferband, wo einige hundert Menschen sich drängen. Warten, warten…Alle vier Koffer kom-men unversehrt an! Kein Öffnen mehr. Endlich draußen. Die Luft des heißen Ofens Afrikas schlägt uns entgegen. Wir finden Dr. Emmanuel Njock, was im Gedränge der Menschen und der Dunkelheit ein weiteres Wunder ist, zumal wir eigentlich Richard erwarten. Außerdem sieht
Dr. Njock sehr schlecht und hätte uns nicht erkannt, hätte ich ihn nicht erkannt. Mit seinem Schwiegersohn Daniel bringt er uns zu SIL zur Übernachtung. SIL entspricht der deutschen Or-ganisation von Wykliff. Es ist ein Zentrum, in das Missionare zur Fortbildung kommen oder auch Urlaub machen. Richard, unser Koordinator für Cameroun, war, nachdem er wusste, dass das Auto im Hafen angekommen war, nach Douala gefahren (2-300 km entfernt), um dort auf die Auslieferung zu warten. Seit 30.12. war das Schiff angekommen.

Heute, an unserem Ankunftstag, hatten sie es kurz vor 20 Uhr endlich abholen können, leider geplündert. Der mitgesandte Sturzhelm im Auto war entwendet, der Tank bis auf einen kleinen Rest geleert! Doch Richard war mit seinem Bruder Mbombo, einem weiteren Mitarbeiter von uns, jetzt unterwegs nach Yaoundé zu SIL. Nach Mitternacht Ankunft!
Gott erhört spätestens rechtzeitig, ging mir durch den Sinn. Ein Satz, den ich einige Zeit zuvor gehört hatte.

Dienstag, 12.1.2016

Gebt acht auf euch und auf die ganze Herde, in der euch der Heilige Geist als fürsorgliche Hirten eingesetzt hat. Apg.20,28

Jeden Morgen beginnen wir mit einer Andacht, Losung und Gebet. Wir tauschen uns über den guten Hirten aus Psalm 23 aus. Dies wird dann auch das Thema meiner Ansprachen, die ich zu den Witwen und Kindern halte. Ich habe ein kleines Schäfchen dabei, das als Anschauungsmate-rial dient. Es ist ein großes Geschenk, mit meinen beiden Brüdern Zeit mit Gott zu verbringen.
Richard und Siegfried sind heute in der Stadt unterwegs, um Papiere fürs Auto und für unsere Fahrt ausstellen zu lassen. In den Ämtern warten Hunderte von Menschen. Die Beamten lassen sich für alles viel Zeit! Es ist drückend heiß. Yaoundé liegt in einem Talkessel, in dem sich die Abgase des dichten Autoverkehrs wie eine Wolke lagern. Nach Stunden kommen sie zurück, müde und verschwitzt. Wir erstellen unseren Reiseplan.

Mittwoch, 13.1.2016

Ich bin bei ihm in der Not. Ich will ihn herausreißen und zu Ehren bringen. Psalm 91,15

Wunderbare Zusage am Beginn unserer Reise. Ein Vers aus dem Lieblingspsalm meines Mannes und von mir. Ja, ER ist bei uns, der Herr der Heerscharen! Halleluja!

Neue Witwengruppe in Mom
Fahrt nach Westen Richtung Douala und dann weg von der Straße auf Sandwege, südlich nach Mom. Dort ist eine neue Witwengruppe entstanden. Eine der Witwen hatte den Zusammen-schlusses in Makak entdeckt und dann selbst damit begonnen, Witwen um sich zu sammeln.
Die Witwen spüren bei ihrem Treffen neuen Mut und stärken sich gegenseitig in ihrem schweren Witwenstand. Auch der Pastor ist involviert. Er gibt biblischen Unterricht und betet mit den Frauen. Leider waren die Witwen lange Zeit ´Randfiguren´ für die Kirche. Doch durch ihren Zu-sammenschluss gewinnen sie jetzt immer mehr an Bedeutung! Auch moslemische Frauen neh-men teil. Ihr Witwenstand verbindet sie.
In Mom warteten die Frauen über Stunden auf uns. Wir hatten keine Möglichkeit, ihnen unsere Verspätung anzukündigen. Als wir endlich anfuhren, wurden sie le-bendig wie die Jungfrauen im Gleichnis, bei denen der Bräutigam kam. Sie umju-belten uns, sangen, klatschten in die Hände, lachten! 32 Witwen sind in der Kir-che. Der Pastor spricht. Ich erzähle vom guten Hirten, der Menschen liebt und ver-steht, der das Verirrte sucht, der das Verlorene auf seinen Armen trägt. Aufmerksames Zuhören, Gesichter, die sich erhellen, Freude! Richard Njock, unser Koordinator überträgt alles in die ein-heimische Sprache Basaa. Ich schenke den Frauen einen kleinen Geldbetrag. Siegfried füllt die Summe weiter auf. Jubel und Klatschen folgen, bevor sie uns Ananas und Bananen als Geschenk bringen. Dann tanze ich mit den Frauen vor der Kirche. Sie singen und klatschen und schwingen ihre bunten afrikanischen Kleider. Welche Freude, Menschen, die in so viel Not leben müssen, fröhlich zu sehen! Mein Herz ist erfüllt mit Dank!

Fragen, die mir oft gestellt werden: Wieso gibt es so viele Witwen?
Immer noch gilt es, den Brautpreis an die Eltern der Frau zu zahlen, bevor man heiraten kann.
So leben viele junge Paare zusammen, ohne verheiratet zu sein. Geht ihr Verhältnis auseinander, bleibt die Frau unversorgt mit den Kindern zurück. Um den Brautpreis bezahlen zu können (er beläuft sich auf eine hohe Summe!), wird der Mann oft über vierzig Jahre und älter. Eigentlich ist dieser Brautpreis dazu gedacht, die Eltern der Braut, die nach der Hochzeit zurückbleiben, zu versorgen. Doch dieser Preis verursacht viele ungute Folgen. Die älteren Männer (Durchschnitt 45 Jahre und älter) heiraten junge Frauen und Teenager. Falls man beim Staat angestellt ist, be-kommt man mit 55 Jahren eine Rente. D.h., dass die Lebenserwartung in Afrika sehr viel niedri-ger ist, als bei uns!
Diese Frauen bekommen Kinder. Eine junge Witwe, die ich traf, hatte acht Kinder. 4-5 Kinder sind keine Seltenheit! Männer kommen auch ums Leben beim Bäumefällen, beim Roden und durch Schlangenbisse. Nach der Beerdigung hat die Ehefrau keinerlei Rechte am gemeinsamen Besitz, falls es überhaupt Besitz gibt. Sie war Eigentum des Mannes und ist hinterher ohne Be-sitzer. Oftmals darf sie nach der Beerdigung nicht einmal mehr in ihr Haus und steht mit den Kindern auf der Straße. Wenn sie noch Eltern und Verwandte hat, wird sie in der Regel von ih-nen aufgenommen.

Das neue Auto ist ein echter Segen
Weiter fahren wir auf den staubigen Sandstraßen. Das neue Auto mit Allradantrieb und vielen PS ist ein großer Segen. Das hohe Fahrwerk ermöglicht uns das Weiterfahren trotz riesiger Furchen und extremen Steigungen, um aus Gräben wieder herauszukommen. Richard hat solch große Freude am Fahren, dass Siegfried ihn gar nicht ablösen ´darf´.

Libamba
ist unser nächstes Ziel. Dort lebten Walter und Ingrid Trobisch und unterrichteten in der Schule, bevor sie im Jahr 1964 nach 11 Jahren Cameroun wieder verließen. Es ist Nachmittag. Die Schulkinder sind schon nach Hause gegangen. Doch halt, dort in der Kirche scheint ein kleiner Chor zu proben. Wir gehen bis zur Kirchtür und hören von drinnen, wie die Melodie unserer deutschen Nationalhymne gesungen wird, wunderschön, mehrstimmig! Niemand wusste, dass wir kommen würden! Der Text dieser Melodie, so hörten wir später, war ein geistliches Lied, eben auf diese Melodie aufgelegt. Fröhlich sangen die jungen Menschen weiter, auch als wir eintraten. Hier war 2008 meine erste Begegnung mit Witwen bei einem Gottesdienst in dieser Kirche.

Wie alles seinen Anfang genommen hat…
Dr. Emmanuel Njock weilte 2007 in Deutschland und war mit Karola Hopp, einer alten Förderin der Trobischarbeit bei uns zu Besuch. ´Und wann kommst du nach Cameroun?´, fragte er mich im Lauf des Gespräches. Ingrid Trobisch war im Jahr zuvor in den USA in die Ewigkeit gegan-gen. Dr. Njock organisierte dann ein Eheseminar in einer großen Kirche EPC in Yaoundé. Das war mein erster Camerounbesuch. Dort sprach ich zu Pastoren und Lehrern und ebenso zu jungen Menschen. Das ehemals junge Paar, von dem der Briefwechsel mit Walter Trobisch im Buch
´Ich liebte ein Mädchen´ in über 70 Sprachen übersetzt worden war, war aus dem Süden Camerouns eigens dazu angereist. Inzwischen sind sie alte Menschen, deren Zuneigung man im-mer noch spürt!

Libamba
Im Anschluss an dieses Seminar war ich nach Libamba gereist, um in dieser Kirche, vor der wir gerade standen, einen Abschiedsgottesdienst von Ingrid Trobisch zu feiern.
Der Direktor der Schule, er stellte sich mit Daniel vor, kam hinzu und begrüßte uns wohlwol-lend. Er sprach davon, wie schwer es ist, den Schuldienst aufrecht zu erhalten bei den schlecht bezahlten Gehältern. Leider hörte ich das an vielen Stellen. In der Nähe der Schule trafen wir Ariette, eine der Witwen, die damals dabei war und heute mit zur Witwengruppe Libamba ge-hört, die wir unterstützen.

Kaya
Weiter ging es nach Kaya, dem Wohnort von Dr. Njock. Er hat in jahrelanger Kleinarbeit die ganze Bibel in seine Muttersprache Basaa, die von etwa 500 000 Camerounern gesprochen wird, übersetzt. Dieses Jahr soll sie in Druck gehen, wenn genügend Gelder vorhanden sind. Dr. Njock unterrichtet auch an der Universität in Yaoundé diese Sprache. Jährlich übersetzt er die Herrenhuter Losungen, damit sein Volk Gottes Wort noch besser verstehen kann. Um die eigene Sprache lesen zu können, gibt er auch den Witwen Unterricht.
Vor Jahren war er in Deutschland zu Besuch, als wir gerade unser monatliches Treffen hatten, bei dem gesungen, gebetet wird und die Bibel gelesen und ausgelegt wird. Davon war er so
beeindruckt, dass er jetzt auch in seinem Haus damit begonnen hat. Als
wir ankamen, saß er mit einigen Männern und seiner Frau zusammen zum
Bibelstudium.
Ich durfte wieder meine Geschichte vom guten Hirten weitergeben, den die Schafe an der Stimme erkennen, und die der Hirte kennt, sogar mit Namen, obwohl sie für uns alle gleich aussehen. Einer der älteren Menschen war so bewegt, dass er meinte: Ja, das kann ich jetzt genau verstehen. Ich habe mir alles gemerkt und werde es am Sonntag in der Kirche weitergeben.

Nkongi-Makak
Weiterfahrt nach Makak. Auf dem Weg sehen wir kleine Kinder, die noch kleinere auf dem Rü-cken tragen, ebenso Kinder, die schwere Wassergefäße auf dem Kopf schleppen. Wir entdecken kranke Kinder, die nur schwer laufen können, extreme O-Beinverformung haben. Der aufgewir-belte Sand in der jetzigen Trockenzeit hat den Waldrand braunrot verfärbt. Sicher sieht es nicht viel anders in den Lungen dieser Menschen aus. Deshalb laufen auch viele Erwachsene auf den Eisenbahnschienen, die einst noch von Deutschen verlegt wurden. Sogar die alte Lok ist noch im Einsatz. Ich danke Gott, dass die schwarze Schlange auf dem Weg uns im Schutz des Autos nicht angreifen kann. Im Nkongi wurden wir mit offenen Armen empfangen. Schwester Gisela von der Jesus-Kommunität in Gnadenthal hat dort ein kleines Zentrum aufgebaut mit Gästeübernachtun-gen. Dort finden auch Seminare statt für Pastoren, für Kindergottesdienstmitarbeiter bietet sie Kurse an, in denen man mit Stoffbildern, ähnlich unseren Flanellbildern, biblische Geschichten vor Augen malen kann. Sie beherbergt ältere Schülerinnen, die zu weit entfernt von der Schule leben, und lebt ihr Leben als Nachfolgerin Jesu wie ein Licht für diese Menschen. Sie ist über 70 Jahre und dient treu ihrem Herrn. Durch ihr Leuchten haben viele Frauen zum lebendigen Glau-ben gefunden und sich als ´Mauwanda´ (die des Weges sind?) als Gruppe zusammengeschlossen.

In der kleinen Kapelle finden die täglichen Gebetszeiten statt, bei denen Liturgie, aber auch freies Gebet sich abwechseln.

Donnerstag, den 14.1.

Lehrtext: Jesus sprach zu dem Gelähmten: Sohn, dir sind deine Sünden vergeben! Mark. 2,5

Mit diesem wunderbaren Vers schockte ich am Morgen meine Mitreisenden, als ich sie damit begrüßte. Etwas irritiert schauten sie mich an. Aber ist das nicht eine einzigartige, wunderbare Botschaft, mit der wir jeden Morgen beginnen können?
Besuch bei der Witwe Martha, die uns kleine Taschen genäht hat. Ich habe ihr Nähzubehör mitgebracht. Große Freude! Sie ist sehr geschickt und ernährt sich und ihre Tochter damit. Mit der kranken Tochter darf ich beten und erlebe ihre große Dankbarkeit.
Wir treffen uns am Witwenhaus mit Mbombo, unserem Mitarbeiter in Makak, mit Alexander, einem Pastorenanwärter, mit Richard und Siegfried. Es ist der erste Bau, den wir mit Hilfe von Euch errichteten, um den Witwen einen Platz zum Treffen zu geben und ebenso das Gefühl für das Miteinander zu wecken. Leider sind die Räume ziemlich feucht. Wir suchen nach Lösungen. Elli hatte vor unserer Abreise nach Afrika die Idee, eine Schlagbohrmaschine mitzuschicken. Die war jetzt genau richtig. Die Männer bohrten in die Rückwand des Hauses je drei Löcher pro Zimmer. Ebenso kamen Löcher in die sehr dichten Holzläden. Der Schreiner fertigte danach Fliegengit-ter an. So hoffen wir, dass die Feuchtigkeit weichen wird. Siegfried ist ein Prak-tiker. Er hat sowohl Ideen, als auch Kraft, sie umzusetzen. Auch in Sr. Giselas Haus sieht er sofort, wo die Schwierigkeiten herkommen und kann z.T. gleich Abhilfe schaffen.
Mit Sr. Gisela, den Kindern und Mitarbeiterinnen schauen wir uns am Abend die Präsentatio-nen zu Ps. 23 und Ps. 121 an. Der kleine, mitgebrachte Apparat ist einfach genial.

Freitag, den 15.1.2016

Losung: Du, Herr, kennst mich, du siehst mich und prüfst, ob mein Herz bei dir ist. Jeremia 12,3

Mein kleines Enkelkind in Deutschland ist krank.
Am Morgen höre ich von meinem Mann, wie sehr meine Familie angegriffen ist. In der Nacht bekam unser kleines Enkelkind Lila heftiges Fieber über 40 Grad. Bei Glatteis und Schneefall fuhren sie ins Krankenhaus. Wie dankbar bin ich, dass es heute wieder besser geht. Wir brauchen wirklich überall Gottes Schutz.

Weitere Arbeit am Witwenhaus. Die Tore werden fertig einbetoniert.
Siegfried erklärt Mbombo den Umgang mit der großen Säge, die vor längerer Zeit schon gespon-sert wurde. Er reinigt die Säge und schreibt mit ihm auf, was zu beachten ist, um nicht verletzt zu werden. Mbombo hat als Vorbild für die Witwen mit einem Pilotprojekt begonnen. Er züchtet Meerschweinchen und Enten, die er in der Hauptstadt zum Verkauf anbietet. Leider machen un-sere alten Witwen nicht mit. Sie sind es nicht gewohnt. Lieber bleiben sie beim Ackerbau, der aber im Alter zunehmend anstrengend wird. Schade.

Ich treffe mich am Nachmittag mit den Witwen im Zentrum. Wir singen und beten zusammen.
Voller Freude zeigt mir die Präsidentin Prisca das wortlose Büchlein, das ich vor drei Jahren mit ihnen bastelte. (Dieses Büchlein besteht nur aus farbigen Seiten in schwarz(für Sünde), rot(für das reinigende und rettende Blut Jesu), weiß (für die Vergebung Jesu, die alle Schuld bedeckt), gold (als Vorfreude auf den Himmel) und grün (für das Wachsen im Glauben durch Bibellesen und Gebet). Am Rande der Seiten hat Prisca alle Erklärungen aufgeschrieben. Es schien viel gebraucht worden zu sein.
Auch die anderen Witwen berichten, dass sie dieses Büchlein auf ihrem Weg mit Jesus begleitet. Wieder erzähle ich meine kleine Hirten-Schaf-Geschichte und ermutige sie, ganz nah beim Hirten zu bleiben und alles mit ihm zu besprechen. Ja, auch in der Nacht ist ER da und lässt uns keinen Moment allein. So wie Jesus unser guter Hirte ist, sollen wir es ihm gleichtun und Hirten für Ver-letzte werden. Eine der Witwen stützt eine Andere beim Aufstehen und Gehen. Ich frage, wo sie Schmerzen habe. Da beginnt sie zu lachen. ´Ich wollte nur zeigen, wie wir als Hirten anderen helfen sollen!´
Dann essen wir ein köstliches Mahl, das im Zentrum von Richerie und Paulette vorberei-tet worden ist. Ich staune darüber, wie viel die Frauen essen können!!! Die mitgebrachten Dinge von mir, Ketten, Armbänder und Tücher werden mit Freude angenommen. Sie sol-len daran erinnern, dass Gott es gut mit ihnen meint.
Wir feiern am Abend den Shabbatbeginn in der kleinen Kapelle. Sam und die kleine Gisele weichen nicht von meiner Seite. So klein sie auch sind können sie schon den Gesang wunderbar mit der Trommel begleiten. Wir tanzen den israelischen Tanz in der Kapelle zu dem Kanon: ´Hinei matov umanajim shevet achim gam jachat´.
Wir beten miteinander um den Schutz für das ganze Gelände. Gott zeigt mir ein wunderbares Bild, bei dem eine große, väterliche Hand auf dem Gelände liegt. Es ist SEIN Land. Und nie-mand darf es wegrauben!

Samstag, den 16.1.2016

Losung: Niemand kann zwei Herren dienen. 2.Mose 20,3

Leider spielt die Tradition in Afrika noch eine größere Rolle als das Evangelium. Dadurch gibt es viele Nöte. Auch die Not der vielen Witwen ist dadurch groß. Während der Mann, der Witwe wird, wieder heiraten darf, verbietet es die Tradition der Witwe, sich wieder zu verheiraten. Die oft noch sehr jungen Frauen haben Kinder, die sie kaum versorgen können. Weggeschickt aus der Familie des Mannes sind sie ohne Schutz. Oftmals werden sie von anderen Frauen verklagt und falsch beschuldigt. Vor Allem sind sie vergessen und allein gelassen.
Die Kinder können trotz Schulpflicht nicht zur Schule gehen, weil kein Geld da ist für Schulkleidung und Material oder Bücher. Wer sich gegen diese Tradition stellt, ist in Gefahr, sogar vergiftet zu werden. Leider begegnen die meisten Kirchen dieser Not mit Gleichgültigkeit. Seit wir aber den Verein gegründet haben, bewegen sich Dinge, auch in anderen Regionen. Die Wit-wen werden wahrgenommen und wurden inzwischen auch schon zu Schulungen eingeladen.

Heute sind wir aufgebrochen in den Nordwesten Camerouns.
Eine Strecke von mehr als 400 km liegt vor uns. Wir wollen bis hinter Bafoussam fahren und in Babété in einem Benediktiner-Kloster übernachten. Inzwischen sind Stunden vergangen. Starker Verkehr und löchrige Straßen hindern daran, schnell vorwärts zu kommen. Gelegentlich fahren wir mit der Geschwindigkeit von 20-30km. In den größeren Städten ist es verwirrend, die richtige Richtung zu finden. Selten nur ist ein Hinweisschild zu sehen. Immer wieder müssen wir fragen, obwohl wir eine Karte haben. Im Dunkeln halten wir an, um Menschen, die an der Straßenseite zu Fuß gehen, nach dem Weg zu fragen. Aber häufig flüchten sie und beginnen zu rennen!!
Endlich finden wir das Kloster. Wir werden freundlich aufgenommen, man zeigt uns die Zimmer.
Wir essen und fallen dankbar in die Betten. Die kalte Dusche ist eine Wohltat, auch wenn man dafür den Eimer füllen muss, um sie sich überzuschütten.
Die Nonnen machen uns bekannt mit einer Frau, die einen riesigen Tumor über ihrem rechten Auge hat. Fliegen und Larven haben sich darin eingenistet. Ich lasse etwas Geld da zur Behandlung. Die Frau, auch eine Witwe, bräuchte dringend Hilfe! Wer von Euch hätte Freude, dabei mitzuhelfen?
Im Kloster in Babété

Sonntag, den 17.1., Erinnerung an den Tag der Auferstehung unseres Herrn!

Mein Volk soll meiner Gaben die Fülle haben, spricht der Herr. Jer. 31,14

Ich wache auf mit den Worten: ´Ihr geht in die Höhle des Löwen. Aber Gott wird den Löwen den Rachen zuhalten.´ Welch eine Botschaft des Trostes! Er wird Gnade geben zum Dienen und ER wird uns bewahren! Bevor ich am Morgen weiterfahre, gehe ich für eine halbe Stunde zum Got-tesdienst, der sehr feierlich begangen wird. Hier ist die Kirche noch voll, übervoll. Die Kinder sitzen still, auch kleine Kinder spielen einfach mit ihren Fingern. Es wird laut und fröhlich und mehrstimmig gesungen. Es macht Freude, dass Gott gepriesen wird.
Beim Frühstück treffen wir auf Frieda, die dort gerade zu Besuch ist und in dem 300km entfern-ten Makak wohnt! Sie lässt Sr. Johanna aus Gnadenthal in Deutschland grüßen! Vor Jahren hat sie von ihr den Kanon gelernt:
Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten zu deiner
Wohnung. Und ich dir danke, dass du mir hilfst! Sie singt es mir auch
gleich vor, und wir singen es dann auch zusammen als Kanon!
Weiter geht es Richtung Nordwesten. Es fängt schon an zu dämmern, als wir durch Bamenda fahren. Weiter geht es Richtung Ndop. Die Straßen bestehen schon seit zig Kilometern aus Lö-chern, die man umfahren muss, um überhaupt weiterzukommen. Oftmals fahren wir im ersten oder zweiten Gang. Wie unendlich dankbar bin ich für dieses wunderbare Auto mit der guten Federung!!
Abends Ankunft in Ndop. Wir übernachten im Royal Garden Hotel. Klingt wunderbar. Habe ein echt gutes Bett und schönes Zimmer, das wir aber nur zum Übernachten brauchen.. Abends fällt immer wieder der Strom aus. Da dann nirgends in der kleinen Stadt Strom ist, steht man plötzlich im Stockdunkeln. Die Dusche funktioniert entweder gar nicht (Siegfried hatte sich gera-de die Haare eingeschäumt, als kein Wasser mehr kam), oder sie läuft nur in Rinnsalen oder ist so heiß, dass man sich daran verbrüht. Der Fernseher im Erdgeschoß läuft so laut, dass man kaum schlafen kann oder zwei Frauen streiten miteinander um die Wette…

Am Abend erster Besuch bei Pascal, unserem lokalen Leiter und seiner Frau Justine, die Hauptlehrerin für beide Schulen. Sie haben fünf Kinder. Der kleine Kumbuh Daniel Joshua Njoka (ich durfte die biblischen Namen für ihn auswählen) hat zunächst etwas Angst vor mir. Zu Siegfried findet er gleich Vertrauen. Der nimmt ihn auf den Schoß und staunt über die Wärme, die ein kleiner Mensch ausstrahlt: Seine Hose ist naß!
Wir essen zusammen. Jetzt erst merken wir, dass wir den ganzen Tag nur von Bananen gelebt hatten. Es schmeckt köstlich. Nancy, eine Verwandte versorgt uns alle. Auch Oma und Tante sind da. Wir singen und beten zum Schluss miteinander. Die beiden Eheleute gehen respekt-voll und liebevoll miteinander um. Es tut richtig gut, das zu erleben!

Montag, 18.1.

Fürchte dich nicht, glaube nur! Mark. 5,36

Staunen über Gott und seine Ermutigung! Jeden Tag empfange ich die Worte von ihm als persönliches Geschenk.
Pastor aus Gom ist mit einer Witwe angereist. Es führt keine Straße in dieses abgelegene Dorf,
das 30-40km von anderen Dörfern entfernt liegt. Man erreicht es nur mit Motorrad. Entsprechend ist die Versorgung und Armut dort. Unser Koordinator Richard hat alles schon vor Ort betrachtet. Es ist also wahr, was uns berichtet wurde. Dort gibt es jede Menge Waisenkinder. Die Schule ist zu weit weg. Die Witwen sind unterversorgt und ´schreien´ um Hilfe. Der Boden muss vor der Regenzeit bearbeitet werden, aber sie haben nur selbstangefertigte Holzhacken. Ich gebe dem Pastor Geld, um 50 Hacken für die Witwen zu besorgen. Versprochen habe ich zwei Nähmaschi-nen und einen 50 Kilo Sack Reis. Unser Mitarbeiter Pascal will alles besorgen und hin transpor-tieren lassen.
Ein Haus für Witwen wurde begonnen, in dem täglich für die Kinder eine Mahlzeit bereitet werden soll. Doch es sind noch nicht einmal die Wände hochgezogen. Man möchte überall helfen, doch die Mittel sind begrenzt!! Auch jetzt erzähle ich wieder die Schäfchengeschichte und dass der gute Hirte nicht erlaubt, dass uns jemand aus seiner Hand reißen darf.
Inzwischen ist der Dorfchef dazugekommen und hört aufmerksam zu. Man darf ihm bei der Be-grüßung keine Hand geben. Er ist eine Autorität, die man nicht berühren darf. Beim Essen aller-dings freut er sich darüber, dass er teilnehmen darf, wie wir alle auch. Wir versuchen, zusammen mit einem weiteren Lehrer, dem Sportlehrer Augustine, zu erfahren, wem das Gelände gehört, auf dem die Schulen stehen, die wir gebaut haben. Inzwischen werden auch die beiden Kirchenge-bäude mitgenutzt, da es zwei Kindergartengruppen (1 und 2) und zwei Grundschulklassen gibt. Wie wird es weitergehen, wenn keine weiteren Räume zur Verfügung stehen?
Das Wunder für Juli
Inzwischen ist Juli angekommen. Sie ist auch eine Witwe und hat ihre kleine Tochter Miracle dabei. Sie und ihr vierzehnjähriger Sohn sind aidskrank. Sie ist sehr schmal und wirkt sehr be-drückt. Ich spreche mit ihr über Psalm 121 und darüber, dass Gott über ihrem Leben wacht. Sie weint aus Dankbarkeit. Dann gebe ich ihr zum Abschied etwas Geld. Sie bricht in Tränen aus. Erst am Nachmittag hatte sie ihre kleine Tochter wissen lassen, dass sie leider nicht mehr zur Schule gehen könne. Sie hätte zu wenig Geld zur Bezahlung!
Diese Witwe lebt leider zu weit von unseren Schulen entfernt, sonst hätten wir sie in eine unserer Schulen geschickt. Aber jetzt mit dem Geld, das ich ihr gab, konnte sie das Schulgeld bezahlen.

Welch ein Gott, der jeden einzelnen Menschen sieht und hört!
Mein Anliegen für Juli und ihren Sohn ist, dass wir Medikamente kaufen können, die Aids zum Stoppen bringen. Zwar müssen diese lebenslang genommen werden. Aber vielleicht ist das machbar! Ob Gott es jemandem aufs Herz legt?

Dienstag, 19.1.

Lehrtext: Jesus sagt: Liebt ihr mich, so werdet ihr meine Gebote halten!

Wer Gebote halten will, muss sie zuvor kennen lernen! Eines davon ist, dass wir den Nächsten lieben sollen wie uns selbst!
Wer weiß, wo er geben kann und gibt nicht, handelt gegen Gottes Gebot.
Wer weiß, wo er helfen kann und hilft nicht, übertritt das Gebot.
Wer die Gnade Gottes kennt und sie nicht weitersagt, wird schuldig am Tod des Gottlosen.
Wer Jesus gefunden hat und dem Anderen nicht vergibt, der geht verloren, als hätte er ihn nie gefunden! RH
Bei der Schule in Mbungwi.
Die Witwen tanzen auf uns zu und singen. Ich werde geküsst und gedrückt und umarmt. In der nahe liegenden Kirche, die auch als Schulsaal verwendet wird, sitzen wir mit den Witwen und den 90 großen und kleinen Kindern zusammen. Die Kinder zeigen, was sie können. Sie sagen Reime auf, aber sie zitieren auch Bibelverse, u.a.: So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er sei-nen einzigen Sohn gab…Ich bin über ihr Können beeindruckt. Wie sehr hoffe ich, dass diese gu-ten Verse der Bibel von ihrem Kopf auch ins Herz fallen.
Lehrer und Lehrerinnen singen das Lied: ´Trust and obey, there is no other way to be happy in Jesus, but to trust and obey.´ Wieder spreche ich vom Schäfchen, das weggelaufen ist und nicht gehorchen wollte. Es war dadurch in großer Gefahr, weil der Schutz durch den Hirten fehlte. Gehorsam bewahrt uns vor manchen Unfällen!
Ich habe viel Material für die Schule dabei: Bleistifte, Farbstifte, Scheren, Hefte. Doch den größ-ten Jubel lösen die beiden Fußbälle aus, die ich für die zwei Schulen mitgebracht habe.
Der wird danach natürlich gleich ausprobiert. Ich hab gar nicht gewusst, dass ich so gut schießen kann! Wir haben riesige Freude zusammen! Siegfried pumpt die mitgebrachten Luftballons auf. Die Kinder umringen ihn wie ein Bienenschwarm.
Die Mutter von Pastor Gideon, unserem ehemaligen Hauptamtlichen ist gekommen. Pastor Gideon ist sehr gestört und psychisch krank. Leider mussten wir ihn absetzen. Er ist darüber sehr wütend. Immer noch macht er auch der Mutter das Leben schwer. Ich darf sie ermutigen, weiter für ihn zu beten. Erzähle ihr von einem unserer Kinder, das uns auch jahrelang schwe-ren Schmerz zufügte. Sie hatte gedacht, nur in ihrer Familie würde so etwas vorkommen. Das Gebet tröstete sie so sehr, dass sie danach wieder aufrecht gehen konnte.

Mittwoch, 20.1.

Auch wir wollen dem Herrn dienen, denn er ist unser Gott! Josua 24,18

Wie stark sprechen diese Worte zu mir und uns, weil sie in unsere Situation hineinsprechen!
Wir fahren zu der Schule in Finkwi. Die Kinder kommen uns in Scharen entgegen, singen Willkommens-Lieder: Welcome, Mama Ruth…
In der Kirche wieder Ansprachen von Lehrerinnen, Pastor Ndosak, Pascal, unserem lokalen Lei-ter und den PTAs der Schule. Auch hier fotografieren wir alle Patenkinder mit ihren Müttern.
Es ist ganz schön Arbeit, sie jeweils aufs Foto zu bringen. Die Witwen sind voller Dankbarkeit. Ich sehe Hoffnung und Freude in ihren Augen. Wie viel hat sich verändert, seit sie spüren, dass jemand an sie denkt und sich um sie kümmern will! Euch Allen, die das jetzt lesen, will ich die Umarmungen, Küsse und Bedankungen weitergeben!!
Ich sehe, wie schwierig für manche Kinder das Laufen, besonders das Rennen ist. Jetzt weiß ich auch, warum. Viele Kinder tragen viel zu große Schuhe! Manche haben sogar Erwachsenenschuhe an ihren kleinen Füßen! Schuhwerk ist oftmals kaputt, manchmal auch viel zu klein!!!
Dringend müssen neue Schuhe angeschafft werden!! Ich will hier bei uns in Schulen und Kindergärten nachfragen.
Abends sind wir wieder in Pascals Haus. Ich habe meinen kleinen Projektor dabei. Wir schauen miteinander die Videos an, die beim Besuch von Johannes Volkert und seinem Team während der Regenzeit hier gedreht wurden. Dann folgen Präsentationen aus Psalm 23 und 121. Dankbar wird alles angenommen. Zum Abschied an diesem Abend fassen wir uns an den Händen und be-ten das Vaterunser. Welch ein Vater, der uns zu Geschwistern werden lässt!

Donnerstag, 21.1.

Wir, dein Volk, die Schafe deiner Weide, danken dir ewiglich und verkünden deinen Ruhm für und für. Psalm 79,13

Ja, als Schafe wollen wir IHM nachfolgen und dann auch zu Hirten werden, um Andere zu tragen und für sie zu sorgen. Wir fahren wieder zu den Schulen Mbungwi und Finkwi und bringen den Kin-dern Lollis. Sie jubeln vor Freude!
Monica Moh führt uns zu ihrem Haus, das sie mit unserer Hilfe begonnen hat. Lange Zeit lebte sie im Haus eines Onkels, das er ihr nach dem Tod ihres Mannes zu Verfügung gestellt hatte. Sie hat fünf Kinder und ist Witwe. Weil ihr Onkel jetzt selbst Bedarf angemeldet hat stand sie wieder auf der Straße. Jetzt wird sie bald eine neue Bleibe haben!
Witwentreffen im Gemeindehaus. Wir haben den verantwortlichen Witwen Geld für ein Fest mit gemeinsamen Essen gegeben. Zunächst sind nicht so viele Witwen da. Aber dann werden es immer mehr. Gesang und Ansprachen folgen. Vorstellung der Leiterinnen der einzelnen Grup-pen. Die vier Gruppen haben jeweils drei Ziegen oder einige Ferkel bekommen, um selbständig zu werden. Leider sind 5 der Ferkel an einer gerade bestehenden Krankheit gestorben.
Das war natürlich traurig. Wir versuchen, sie zu ersetzen. Die Ziegen brachten sie mit, um sie uns zu zeigen. Sie gingen brav wie Hunde am Seil. Nach Ansprachen und Liedern, Predigt und Gebet

folgte das Essen. Mir wurde bang, als ich die Essensmenge betrachtete und die vielen Frauen sah. Dazu gab die Witwe, die alles verteilte, so große Portionen auf die Teller, dass mir klar wurde, dass ein Drittel der Frauen leer ausgehen würde. Ich begann ernstlich um Vermehrung zu beten. Siegfried kam von seinem Platz am Fenster zu mir herüber und berichtete mir, was er befürchtete – und was auch meine Gedanken waren.
Ich bete, dass Gott Vermehrung schenkt, sagte er zu mir. Genau das habe ich auch gebetet, antwortete ich. Alle wurden satt!! Es blieb noch übrig und wurde den Witwen mit nach Hause gegeben! Was für einen herrlichen Gott haben wir doch!!
Die Witwen überreichten mir ein wunderschönes, afrikanisches Kleid mit aufgesticktem Text, mit dem sie ihre Dankbarkeit ausdrückten.

Freitag, 21.1.

Danket dem Herrn! Rufet an seinen Namen! Verkündigt unter den Völkern sein Tun! Psalm 105,1
Ja, das wollen wir! Ich bin dabei, wie Pascal den Lohn für die Lehrerinnen und das Patenschafts-
geld an die Witwen ausgibt. Wieviel die Hilfe, die Ihr und wir Witwen geben dürfen.
Währenddessen sind Siegfried und Pascal dabei, die Toilette wieder aufzurichten. Sie war durch die Regenfällen nach hinten abgesunken und zu gefährlich für die Kinder, sie zu benut-zen. Mit starken Holzbalken wurde der Bau wieder aufgerichtet und befestigt. Wie gut, solche praktischen Menschen dabei zu haben! Ich singe mit den Kindern : I´ve got the joy, joy, joy, joy down in my heart´. Und auf englisch dann auch: ´Er hält die ganze Welt in seiner Hand.´ Die Kinder machen begeistert mit.
Eine Witwe will uns unbedingt ihr Gelände bei der Schule verkaufen, um an anderer Stelle dafür ein Haus zu bauen. Sie redet uns fast in Grund und Boden. Wir brauchen viel Weisheit, um nie-manden durch unser Nein zu verletzen.
Besuch bei den drei Nähshops im Dorf. Habe überall Nähmaterial dabei, das mit großer Freude angenommen wird. Große Dankbarkeit. Die Witwen können jetzt ihre Familien damit ernähren.
Brenda hat ein Waisenkind, Courage, im Shop bei sich, das sie anleiten will. Das Mädchen hat mir aus Dankbarkeit einen Brief geschrieben (für Ma Rout). Zwei der Maschinen sind nicht mehr zu benutzen. Sollen repariert oder erneuert werden. Eine weitere muss angeschafft werden, weil noch mehr Witwen interessiert sind, es zu lernen.
Ich habe für den Unabhängigkeitstag in Afrika neue Schulkleidung zugesagt. Die Kleider sind zerschlissen, da sie immer an die nächsten Kinder weitergegeben werden. An diesem speziellen Tag ziehen die Schüler mit ihren Klassen an Regierungsbeamten vorbei. Unsere Witwenkinder sollen das Gefühl haben, mindestens so viel wie die anderen Kinder der Schule wert zu sein.

Für die 70 Kinder kostet die Schulkleidung zusammen 450 Euro.
Hat jemand Freude daran, das zu ermöglichen?
Dadurch werden zugleich unsere Witwen in den Nähshops unterstützt!
Wir besuchen auch das kleine Krankenhaus in der Gegend.
Einen Blutdruckapparat, Verbandsmaterial, Fieberthermometer, sterile Spritzen und Kanülen haben wir als Geschenk dabei. Der leitende Arzt führt uns durch einen OP-Raum, in dem kleine OPs durchgeführt werden können, wir sind im Labor, Warte-und Untersuchungsraum. Auf der Krankenstation liegen zwei Kinder und zwei Erwachsene. Ich frage, ob ich beten darf, was die Kranken dankend annehmen. Arzt und Personal sind so wohlwollend, dass sie uns ein Essen zu-bereitet haben. Ich werde beschenkt mit zwei wunderschönen, handgearbeiteten Holz-Hockern.
Mache den Arzt mit ´Aktion Regen´ bekannt, was er dankend annimmt. Eine sogenannte ´Zykluskette´ habe ich noch im Koffer und wird ihm später zugestellt.
Am Abend Abschied von Pascal und Justine, dem Hauptkoordinator für Babungo und sei-ner Frau Justine, die Hauptlehrerin ist und Nancy, der goldigen Hilfe. Unsere Gebete steigen auf zu unserem Gott mit der Bitte um Schutz, um seine Hilfe, um das Wachen über unserem Tun. Wir fassen uns an den Händen und erbitten seinen Segen.

Samstag. 23.1.

Lasst alle Menschen eure Freundlichkeit spüren. Der Herr ist nah! Phil. 4,5

Packen und Aufbruch. Auf dem Weg halten wir bei dem sogenannten Fieldpastor, dem übergeordneten der Pastoren in dieser Region. Er nimmt sich viel Zeit für uns. Ich bitte ihn, die Botschaft der Bibel ernst zu nehmen und für die Witwen Sorge zu tragen. Ebenso bitte ich ihn, sich mit aller Kraft dafür einzusetzen, dass die Tradition, die den Witwen das Heiraten verbietet, durchbrochen wird durch das klare Wort Gottes. Wie vielen Missständen könnte da abgeholfen werden:
Frauen hätten wieder Schutz durch ihren Mann, Kinder bekämen einen Vater! Und Kinder könnten auch besser verstehen, was es bedeutet: ´Unser Vater in dem Himmel´, zu beten, weil sie ein Vorbild auf der Erde hätte. Dieser Pastor war sehr offen. Ich habe den Eindruck, Gott ist echt am Wirken! Er ist auch interessiert an der Ehearbeit von FLM.
Weiterfahrt über katastrophale Straßen. Wir bleiben immer wieder stehen, weil das Auto nicht weiter will. Siegfried weiß, warum, kann es aber ohne Werkzeug nicht beheben. Wir stehen in der glühenden Hitze und beten. Immer wieder springt der Motor an, immer wieder setzt er aus. Kinder arbeiten an der Straße und füllen Löcher auf, betteln um kleine Gaben. Bei solch einem unfreiwilligen Stopp spreche ich mit ihnen über Jesus.
Endlich sind wir oben auf dem Berg. Wieder bleibt das Auto stehen. Doch jetzt geht es beständig abwärts. Wir fahren mit Motorbremse. Es gelingt, bis zur Tankstelle im nächsten Ort zu kom-men! Danke, Herr Jesus, entrinnt es meinem Herzen, als wir nach diesen staubigen, heißen Stra-ßen Hilfe bekommen.

Ankunft im Kloster in Babété. Sie haben noch nicht mit uns gerechnet, aber richten noch Zim-mer für uns. Wir sind sehr müde und hungrig. Den Tag über nichts außer Bananen gegessen. Wie gut, dass es Bananen gibt!
Mit einigen katholischen Schwestern schauen wir uns die wunderbaren Bilder und Texte von Psalm 23 und Psalm 121 an. Ein Ehepaar ist zur Übernachtung im Kloster. Sie interessieren sich für meine Arbeit, die Richard ihnen ausgiebig erklärt. Dann sitze ich mit ihnen am Tisch. ´Was ist das Geheimnis einer langen, gut funktionierenden Ehe?´, fragt der Mann. Seine Frau spricht nicht. Sie hätte wohl eher gefragt: ´Wie liebt man einen schwierigen Mann? ´Wir ka-men in ein wirklich gutes Gespräch, auch über Gott, der der Erfinder der Ehe ist – und uns im Gebet wie ein Dolmetscher begleiten kann, um den Partner verstehen zu können.

Sonntag, den 24.1.

Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade. Beugt euch also de-mütig unter die starke Hand Gottes, damit er euch zu seiner Zeit erhöhe.
All eure Sorge werft auf ihn! 1.Petr.5, 5-7

Das ist das Geheimnis eines erfüllten Christenlebens: Ohne Murren Gottes Wege annehmen. Vertrauend festhalten, dass ER ist gut meint und macht, auch wenn wir es noch nicht sehen können!
Noch einmal begegnen wir den Schwestern beim Frühstück. Die schwer kranke Frau Clementine wird uns als Gebetslast mit auf den Weg gegeben. Von dem Geld, das ich auf dem Hinweg hin-terließ, war sie schon zur ersten Untersuchung im Krankenhaus und hat Medizin bekommen.
Leider kann ihr menschlich nicht mehr geholfen werden. Sie hat schon überall Metastasen. Wer an sie erinnert wird, darf gerne mitbeten. Sie hat voraussichtlich nur noch einige Wochen zu le-ben. Aber die Schmerzen sind kaum auszuhalten. Wir wollen versuchen, sie mit Opiaten zu ver-sorgen.
Ich zeige einigen kath. Schwestern das Kreuz mit einem Schnitt und erkläre die Erlösung durch Jesus damit. Diese Hinwendung zu ihm, dieses Ja zu ihm, wie es der Schächer am Kreuz tat, und mit seinem Ja zu Jesus die Erlösung Jesu erleben durfte! Diese Tat Jesu am Kreuz auch für Jeden von uns, die wir nur annehmen müssen! Die Schwestern waren total begeistert. Ich fal-tete mit ihnen alles nochmals und schenkte ihnen dazu auch eine scharfe Schere.
Danach ging´s weiter auf den staubigen Straßen Camerouns.
Gott bewahrte uns bei vielen Polizeikontrollen, die zeitaufwändig und nervig sind. Oft mach-ten die Beamten gerade ´Brotzeit´ und wollten ihre Ruhe! Einige interessierten sich auch für unsere Witwenarbeit und sprachen von der Not der Witwen.
Am Abend kamen wir nach vielen Stunden in Yaoundé, der Hauptstadt Camerouns, an.
Richard hatte für uns eine Übernachtung im Baptistenhotel gefunden. Nach unserer Abend-andacht und Gebet gingen wir alle bald schlafen, dankbar für alle Bewahrung auf den Straßen.

Montag, den 25.1. Mein 69. Geburtstag

Der Herr segnet, die ihn fürchten, die Kleinen und die Großen! Psalm 115,13
Kommt, denn es ist alles bereit! Luk. 14,17

Welche wunderbaren Zusagen Gottes! Ich freue mich, Herr, über dein Wort!
Warum sind die Kleinen zuerst gesegnet?
Weil sie noch bedingungslos vertrauen.
Sie kennen noch nicht das Wort unmöglich, weil sie zu wenig wissen, was ´geht´ und was ´nicht geht´.
Sie wissen einfach: Der Vater kann alles!
Sie fürchten ihn im Sinne von absoluter Anerkennung seiner Allmacht!
Durch mein Herz geht ein froher Schauer und ich bete:
Herr, du bist mein und ich bin dein!
Du hast mich gewollt. Du hast mich geschaffen.
Jeder Atemzug ist ein Liebesbeweis von dir
für das Leben, das du mir schenkst.
Herr, ich liebe dich!
Danke für dieses Leben, das du mir gabst,
um mich zu verschenken mit all den Geschenken,
die du mir dafür gabst.
Du hast mich für die Ewigkeit gemacht. Noch bin ich hier.
Hilf mir, mich würdig dafür zu erweisen dafür,
dass du mich für solch einen hohen Preis am Kreuz erkauft hast.
Jesus, mein König, mein Heiland, mein Bruder, führe mich, wie du willst!
Dann werde ich ankommen, um ewig mit Dir zu feiern.
Ja, dann werde ich deinen Ruf hören:
Komm, denn es ist alles bereit.
Deine Wohnung ist fertig.
Ich hab mich gefreut, sie dir zu zeigen,
denn sie ist ganz speziell für dich eingerichtet.
´Komm, es ist alles bereit,´ sagst du auch jetzt zu mir,
lädtst mich ein zu Brot und Wein
und speist meine ausgetrocknete, müde Seele
mit deinem Himmelsbrot und dem Wein der Freude.
Ach, mein lieber Herr, wie gut hab ich´s doch,
dass du mein Hirte für dein Schäflein sorgst!
Mir wird nichts mangeln!

Richard kommt wieder und hat Torte gekauft! Welch ein Luxus bei 38 Grad Hitze. Sie schmeckt ausgezeichnet. Der aufbewahrte Rest davon ist leider später in anderen Mündern unauffindbar verschwunden. Mögen sie gesegnet sein!
Wir schauen miteinander unsere Fotos an, freuen uns an Allem, was in Bewegung kam, spre-chen über Erlebnisse, bringen Gott unseren Dank. Am Abend geht´s im Berufsverkehr zum Flughafen. Fast eine Stunde Fahrt durch dichtes Gedränge.
Was wird aus meinen wundervollen Holzkunstwerken im Koffer werden? Werde ich sie überteu-ert ´versteuern´ müssen? Im Flughafen: Koffer öffnen! Durchwühlen unserer Wäsche. Einen der Koffer vergessen sie. Es ist mein ´Holzkoffer´! Sogar das Gewicht ist noch unter dem Level des Erlaubten.
Lange sitzen wir in der Wartehalle. Kurz vor Mitternacht geht´s dann los. Bewahrt kommen wir in Paris an. Umstieg. Streik der Fluggesellschaften. Flüge werden storniert. Doch unser Flug nach Frankfurt wird angesagt, wenn auch mit Verspätung.
In Frankfurt erwarten uns meine Elli und Siegfrieds Frau Elisabeth. Kälte schlägt uns entgegen. Fast empfindet man sie als Segen nach dem Backofen Afrikas.

Aber es wie mit Allem, was das ZU trägt:
ZU heiß ist nicht gut zu ertragen und ZU kalt ist nicht schön. Wie gut, dass der Vater im Himmel das regelt, und nicht Menschen.
Ich frage mich, was passiert wäre, wäre damals der Kämmerer aus Äthiopien nicht die 2000km nach Israel gereist, um mit Gott Bekanntschaft zu machen. Und was wäre wohl gewe-sen, wenn Philippus nicht bereit gewesen wäre auf Gott zu hören und sich zu dem Wagen die-ses Kämmerers zu halten, um ihm den Jesaja-Text zu erklären?
Und weiter frage ich mich, was passieren könnte, wenn wir noch viel inniger den Herrn suchten wie es der Kämmerer tat, als er die große Strapaze auf sich nahm, - und wenn wir hinhörten wie Philippus, damit Gott uns gebrauchen könnte?! Ja, dann wäre das Reich Gottes schon unter uns
trotz aller Kriege und allem Kriegsgeschrei.
Und darum beten wir:
Herr, lass uns Suchende sein und Hörende werden, die das Gehörte auch umsetzen!
In Dankbarkeit sind wir zu Hause angekommen, mit Herz an der Eingangstür empfangen, um-armt von meinem lieben Mann, in einer warmen Küche Kaffee getrunken und nur Eines stammeln können:
Danke, danke Herr Jesus!

Herzlich grüßt Euch,
Eure Ruth Heil
mit Siegfried Heinz

 

Makak

Die Witwen in Makak


Makak liegt etwa in der Mitte Camerouns, leicht südlich der Straße, die von Douala, einer großen Hafenstadt, nach Jaounde, der Hauptstadt des Landes führt.
Bei einem Gottesdienst begegneten mir in Makak 19 ältere Witwen, die mir ihre Not schilderten. Viele ihrer Kinder waren, da ländliches Gebiet mit wenig Arbeitsmöglichkeit, inzwischen in die Stadt abgewandert.
Witwen in Afrika erfahren wenig Akzeptanz von ihrem Umfeld. Oft beschuldigt man sie für Dinge, die sie nicht verursacht haben, bezichtigt sie der Hexerei oder verurteilt sie, weil sie ihre Kinder angeblich nicht richtig erzogen hätten.
Witwen klagen darüber, dass sie kaum mit Respekt behandelt wüden, obwohl man in Afrika sonst ältere Menschen im Allgemeinen besonders schätzt.

Bau eines Witwenhauses


Dr. Emmanuel Njock, der die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeinde in die Basaa-Sprache überträgt, hat die Not dieser Frauen gesehen. Mit seiner Hilfe begannen wir für die Witwen in Makak ein Haus zu bauen. Dort treffen sie sich regelmäßig zu Austausch und Gebet haben. Der Verein MAKAK (Witwen von Makak) wurde gegründet. Inzwischen wird die Gruppe auch von der Regierung wahrgenommen. Einige  Witwen bekommen Unterstützung.
Letztes Jahr bildeten die Witwen (zum ersten Mal in ihrer Geschichte) einen eigenen Part im Umzug beim ´Tag der Frau´ am 8. März.
Durch Stühle und Zeltverleih kommt etwas Geld in die Kasse. So können bei Bedarf auch Medikamente gekauft werden.
In Makak gibt es drei einzelne Gruppen, da die Häuser weite Wege voneinander entfernt sind. Jeder der drei wollen wir ein Stück Land kaufen, damit der Ernte-Ertrag der jeweiligen Gruppe zugute kommt.
Das erste Land wurde schon gefunden und gekauft. Die Witwen sind unendlich dankbar.
Die Amtssprache ist französisch. Die Einheimischensprache Basaa wird von etwa 500 000 Menschen gesprochen.

Unterricht in der Basaa-Sprache

Viele der älteren Witwen können nicht lesen. Dr. Njock unterrichtet diese Frauen. Er übersetzt die Losungen jedes Jahr in diese Sprache.
Mit diesen Büchern lehrt er auch an der Universität diese Basaa-Sprache mit staatlicher UnterstützungDadurch werden viele Studenten mit dem Wort Gottes erreicht
Inzwischen konnten wir ein weiteres Buch auf Basaa drucken lassen. Es gibt jungen Menschen Hilfe, zu lernen, was Liebe wirklich ist. Walter Trobisch schrieb diesen Bestseller vor vielen Jahren, der in über 70 Sprachen erschien: ´Ich liebte ein Mädchen´. Auf je zwei gegenüberliegenden Seiten ist jeweils in französisch und Basaa die Geschichte zweier Liebenden aufgeschrieben, ihre Nöte und Versuchungen – und Antwortbriefe auf ihre Fragen von Walter Trobisch.
Unsere Hoffnung ist, dass viele junge Menschen dadurch vor falschen Entscheidungen bewahrt werden.
AIDS ist in Afrika weit verbreitet!!

Hilfe zur Selbsthilfe

Dr. Njocks Söhne Richard und Mbombo sind in die Witwenarbeit eingestiegen. Mbombo verknüpft die Gruppen miteinander und probiert neue Wege aus, um Witwen zur Selbsthilfe zu animieren.
Richard wird in wenigen Wochen ins Witwenhaus ziehen und ein neues Projekt beginnen. Mit gesponserten Computern will er besonders die älteren Kinder der Witwen motivieren, mit Computern zu arbeiten. Das könnte eine Option werden, die jungen Menschen von der Großstadt fernzuhalten, die leider viele ins Verderben stürzt.

Richard will aber auch neue Formen des Ackerbaus ausprobieren Er nennt dieses Projekt ´Arche Noah´

 

Babungo


Die Witwen und Witwenkinder in Babungo


Babungo liegt in der Nordwestregion Camerouns. Hier ist die Amtssprache englisch. Ein Pastor, der die Not der Witwen und deren Kinder sah, bat um Hilfe. So starteten wir auch dort ein Projekt.
Essensverteilung
Eine inzwischen organisierte Witwengruppe verteilt, zusammen mit Pastoren, regelmäßig Essen. Dazu gehören Reis, Öl, Maggi, aber auch Seife. Immer mehr Witwen schließen sich dieser Bewegung an. Sie nennen ihre Gruppe ´Special women of God´, was heißt: Besondere Frauen Gottes.
Die Pastoren bemühen sich darum, nach Bedürftigkeitsgrad weiterzugeben. Aber sie geben nicht nur äußere Hilfe. In Gesprächsgruppen dürfen Witwen ihre Nöte mitteilen und tauschen sich aus. Sie hören von Gott, der ihre Situation kennt, sie nicht verlassen hat und sie liebt. Viele Witwen sind durch diese Aktion wie von einem tiefen Schlaf erwacht. Sie fühlten sich aufgegeben, allein gelassen und hilflos. Jetzt können sie ihre Nöte äußern, merken, dass sie ernst genommen werden und finden neuen Mut in Gott.

Eröffnung von Nähshops


Zwei Nähshops konnten eröffnet werden. Junge Frauen können nähen lernen, indem unsere Witwen ihnen Unterricht geben. Plötzlich sind sie nicht mehr ausgegrenzt. Sie bekommen Aufträge zum Nähen, weil man bemerkt hat, dass sie es wirklich gut machen.


Neue Hoffnung breitet sich aus. Es ist wie ein Aufatmen.

Bau von zwei Schulen in Mbungwi und Finkwi


An zwei Orten in der Babungo-Gegend haben wir Schulen gebaut. Mbungwi war die erste, Finkwi, die zweite Schule, die letztes Jahr, 2013, in Betrieb genommen wurde. Die Gebäude stehen in der Nähe der jeweiligen Kirchen und haben dadurch einen gewissen Schutz. Es sind Vorschulen, in denen Kinder von 3-6 Jahren von fähigen Lehrerinnen und Helfern unterrichtet werden.
Momentan nehmen in beiden Schulen über 80 Kinder teil. Großenteils sind es Kinder von Witwen, die wir durch Patenschaften sponsern. Die Lehrerinnen sind verheiratete Frauen und Witwen.
Ich konnte mich im Januar davon überzeugen, mit welcher Hingabe Unterrichtsstoff vermittelt wird. Außer Wissensvermittlung hören die Kinder auch von unserem Gott, der sie lieb hat und hört, wenn sie mit ihm reden. Von der kleinen Kommunität in Makak brachte ich zur Veranschaulichung viele Lektionen Bibelgeschichten aus Stoff mit, samt der dazugehörigen Tafel. Nachdem ich die Lehrerinnen mit dem Gebrauch vertraut gemacht hatte, erlebte ich ihre erste Unterrichtsstunde bei den Kindern in der Schule mit. Die Kinder waren total fasziniert und voll dabei.

Grundschulbeginn
Ab dem kommenden Schuljahr im September 2014 wollen wir mit einer Grundschule beginnen.  Wir hoffen, dass auf diese Weise der ausgestreute Same des Evangeliums weiter wächst.

Um das Schulgelände zu erweitern, wollen wir einen Bauplatz dazukaufen. Wegen des Preises sind wir noch in Verhandlung. Dazu sollen einige Spielgeräte angeschafft werden.

 

Souza Gare

Anfang 2011 bekam ich Kontakt zu einem Pastor Gideon Nchinda. Er schrieb mir:

Es ist eine große Not. Behinderte Menschen und Witwen haben in unserem Land fast keine Zukunft. Leider kümmert sich auch die Kirche wenig um diese Menschen. Bitte können Sie helfen?
Nähmaschinen waren die ersten Hilfsgüter, die wir sponserten, aber wir ermöglichten auch Kleinkredite für behinderte Menschen.
Dann zog Pastor Gideon um in die Region nördlich von der Hafenstadt Douala, nach Souza Gare.
Und wieder wurde er mit der Not der Witwen konfrontiert.
Viele haben 4-6 Kinder. Dadurch dass viele Kleinkinder dabei sind, ist es den Frauen oft nicht möglich, einer Arbeit nachzugehen. Es gibt keine bis fast keine Kindergärten. Und selbst, wenn da einer wäre, fehlte das Geld zur Bezahlung.
Aus dieser Situation heraus bat Pastor Gideon, ob wir nicht beten könnten, dass Gott ihnen ein Haus schenkt. Ich erinnere mich noch an den Briefwechsel, in dem ich ihm die Unmöglichkeit seines Ansinnens klarzumachen versuchte.
Doch schließlich fand er ein kleines bezahlbares Gelände, das erworben werden konnte. Und inzwischen steht darauf ein Haus, das schon im Herbst 2011 in Betrieb genommen werden konnte.
Der relativ große Raum von 4 auf 6 Meter hält täglich 8 lebhafte Kleinkinder aus. Ramatu, eine junge Frau, passt auf sie auf und bringt ihnen einiges bei. So staunte ich nicht schlecht, als die 3-5jährigen schon das Vaterunser aufsagen konnten. Mit viel Freude lernten sie dann auch Lieder mit mir und hörten der Noahgeschichte aufmerksam zu, die ich mit Flanellbildern erzählte.
Im selben Raum hielt ich dann auch am Nachmittag verschiedene Seminare über Glaubensinhalte ab. Außerdem lehrte ich über Gottes Wunder im Körper der Frau. Mit sogenannten Geburtsketten, ein eindrückliches Anschauungsmaterial für die Phasen des Zyklus, schulte ich sie. Sie sollten ihre Teenager damit vertraut machen, damit diese früh lernen, im Einklang mit dem Zyklus zu leben.
Immer wieder forderte ich die Frauen auf, das Gehörte zu wiederholen und staunte, wie aufnahmefähig sie waren.
Am Sonntag findet im selben Raum dann ein Gottesdienst statt für alle, die sich einfinden.

An diesem Ort, der umgeben ist von unsagbarem Unrat,
ist ein Hoffnungszeichen der Liebe Gottes errichtet.

Aber auch die Arbeit im Nordwesten Kameruns, in Babungo, geht weiter. Zwei Witwen wollen dort ebenfalls einen Kindergarten beginnen. Sie haben auch schon die Räumlichkeiten gefunden. Diese Frauen haben eine große Freude, Gottes Liebe besonders den Kleinen weiterzugeben. Sie kamen über 400 km angekommen in einer 8stündigen Fahrt und waren begeistert von den Flanellbildern, die ich dabei hatte. Solche Stoffbilder mit biblischen Geschichten gibt es auch in Kamerun zu erwerben. Der Umgang mit diesen Bildern kann erlernt werden. Ich hoffe sehr, dass viele dieser Frauen diese Ausbildung wahrnehmen können, um effektiv Gottes Botschaft weitergeben zu können.




 

Wir danken Gott von Herzen, dass ER Menschen bereit gemacht hat,
den Witwen und ihren Kindern Hilfe zu geben.
Gott ist ein Vater der Witwen und Waisen.

Gott gebraucht unsere Hände, um Seine Gedanken in die Tat umzusetzen.

Danke an Jeden, der sein Herz aufmacht,
damit wir SEINE Hände sein können.

 

Ruth Heil, 1. Vorsitzende von ´Frauen helfen Frauen weltweit e.V.´