Souza Gare

Anfang 2011 bekam ich Kontakt zu einem Pastor Gideon Nchinda. Er schrieb mir:

Es ist eine große Not. Behinderte Menschen und Witwen haben in unserem Land fast keine Zukunft. Leider kümmert sich auch die Kirche wenig um diese Menschen. Bitte können Sie helfen?
Nähmaschinen waren die ersten Hilfsgüter, die wir sponserten, aber wir ermöglichten auch Kleinkredite für behinderte Menschen.
Dann zog Pastor Gideon um in die Region nördlich von der Hafenstadt Douala, nach Souza Gare.
Und wieder wurde er mit der Not der Witwen konfrontiert.
Viele haben 4-6 Kinder. Dadurch dass viele Kleinkinder dabei sind, ist es den Frauen oft nicht möglich, einer Arbeit nachzugehen. Es gibt keine bis fast keine Kindergärten. Und selbst, wenn da einer wäre, fehlte das Geld zur Bezahlung.
Aus dieser Situation heraus bat Pastor Gideon, ob wir nicht beten könnten, dass Gott ihnen ein Haus schenkt. Ich erinnere mich noch an den Briefwechsel, in dem ich ihm die Unmöglichkeit seines Ansinnens klarzumachen versuchte.
Doch schließlich fand er ein kleines bezahlbares Gelände, das erworben werden konnte. Und inzwischen steht darauf ein Haus, das schon im Herbst 2011 in Betrieb genommen werden konnte.
Der relativ große Raum von 4 auf 6 Meter hält täglich 8 lebhafte Kleinkinder aus. Ramatu, eine junge Frau, passt auf sie auf und bringt ihnen einiges bei. So staunte ich nicht schlecht, als die 3-5jährigen schon das Vaterunser aufsagen konnten. Mit viel Freude lernten sie dann auch Lieder mit mir und hörten der Noahgeschichte aufmerksam zu, die ich mit Flanellbildern erzählte.
Im selben Raum hielt ich dann auch am Nachmittag verschiedene Seminare über Glaubensinhalte ab. Außerdem lehrte ich über Gottes Wunder im Körper der Frau. Mit sogenannten Geburtsketten, ein eindrückliches Anschauungsmaterial für die Phasen des Zyklus, schulte ich sie. Sie sollten ihre Teenager damit vertraut machen, damit diese früh lernen, im Einklang mit dem Zyklus zu leben.
Immer wieder forderte ich die Frauen auf, das Gehörte zu wiederholen und staunte, wie aufnahmefähig sie waren.
Am Sonntag findet im selben Raum dann ein Gottesdienst statt für alle, die sich einfinden.

An diesem Ort, der umgeben ist von unsagbarem Unrat,
ist ein Hoffnungszeichen der Liebe Gottes errichtet.

Aber auch die Arbeit im Nordwesten Kameruns, in Babungo, geht weiter. Zwei Witwen wollen dort ebenfalls einen Kindergarten beginnen. Sie haben auch schon die Räumlichkeiten gefunden. Diese Frauen haben eine große Freude, Gottes Liebe besonders den Kleinen weiterzugeben. Sie kamen über 400 km angekommen in einer 8stündigen Fahrt und waren begeistert von den Flanellbildern, die ich dabei hatte. Solche Stoffbilder mit biblischen Geschichten gibt es auch in Kamerun zu erwerben. Der Umgang mit diesen Bildern kann erlernt werden. Ich hoffe sehr, dass viele dieser Frauen diese Ausbildung wahrnehmen können, um effektiv Gottes Botschaft weitergeben zu können.